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| letzte Aktualisierung 01.10.2008
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In der Gemeinde Huong Ho haben alle Frauen ihre Ferkel verkauft und somit für ihre Verhältnisse eine Menge Geld verdient. Neun haben schon wieder Tiere eingestellt. Die anderen, tiefer wohnenden, warten ab, bis die Hochwassersaison vorüber ist. Am 13. und 14. 9. war Frau Hien zur Kontrolle in Kambodscha und berichtete unmittelbar danach über die Ergebnisse und brachte alle Buchhaltungsunterlagen mit. ![]() Fakten Seit 2005 ist Courage e.V. in Provinz Hue in Vietnam tätig. Inzwischen sind 97 ausschließlich allein stehende, vietnamesische Frauen, die unter der Armutsgrenze leben, in das Projekt einbezogen. Nach Ausbildung und Bau des Schweinstalls haben sie je drei Ferkel zur Schweinemast bzw. Schweinezucht erhalten. Im Durchschnitt erzielen die Frauen in Vietnam damit ein Jahreseinkommen von ca. 600 €. Da sie nicht in der Stadt sondern auf dem Lande leben, sind sie von der hohen Inflationsrate von 28% (2008) weniger betroffen. Sie erzielen so drei Mal soviel Einkommen wie zuvor, da die meisten der Frauen die Gelegenheitsarbeit auf den Reisfeldern der Nachbarn bzw. Reisig sammeln (ca. 250 € pro Jahr) fortsetzen, von der sie zuvor allein den Unterhalt bestreiten mussten. Damit liegt ihr Einkommen jetzt deutlich über der Weltbank-Armutsgrenze von einem U$ pro Tag. Sowohl die Frauen selbst als auch Vorsitzenden der Frauenunion auf kommunaler Ebene fragen bei unserer Vertreterin um Unterstützung nach. Die Effizienz des Courage-Projekts hat sich herumgesprochen. Das Geheimnis unseres Erfolges ist, dass wir den Frauen nicht nur die Ausbildung und den Stall finanzieren, ihnen dann die Ferkel übergeben und sie sich dann selbst überlassen. Unsere Vertreterin vor Ort betreut die Frauen über lange Zeit, in enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der vietnamesischen Frauenunion, steht ihnen mit Rat zur Seite und gibt wenn nötig auch weitere finanzielle Hilfe. Die unterstützten 43 Frauen in der Gemeinde Huong Tho haben von ihrem Ertrag soviel abgegeben, dass zwei weiteren armen Frauen mit Ferkeln geholfen werden konnte. In so einer Atmosphäre stellt sich Erfolg auch bei den Frauen ein, denen es schwerfällt, das beim Verkauf der ersten, gemästeten Schweine erlöste Geld konsequent zusammenzuhalten und neue Ferkel zu kaufen, statt es für andere, sicher auch dringende Anschaffungen, auszugeben. Die Quote der Frauen, die teils aus objektiven teils aus subjektiven Gründen ausscheidet, liegt bei etwa 10%. Während bei vergleichbaren Maßnahmen anderer NGO nachweislich nach einem Jahr von allen Frauen alles in Geld umgesetzt und konsumiert wurde.
Bei einem Input von einmalig 250 – 300 € pro Frau ist ein dauerhaftes Jahreseinkommen von 600 € ein achtbares Ergebnis. Wir sind eine der wenigen NGO vor Ort, denen es ausschließlich auf das Endergebnis ankommt. Wir können ein messbares finanzielles Ergebnis für jede Zielpersonen ausweisen. Andere, auch namhafte NGO vor Ort beschränken sich auf Katastrophenmanagement, Personalentwicklung und ähnliches. Sie zählen die Anzahl der Veranstaltungen und die Zahl der geschulten Frauen. Die Frauen selbst unterstützen sie nie direkt. Sie können den finanziellen Erfolg nicht ausweisen. Hier liegt der wesentliche Vorteil von Courage gegenüber anderen NGO! Inzwischen wurde ein Projekt in Kambodscha aufgebaut, wo die ersten 10 Frauen ihre Ferkel bereits bekommen haben. Für sie beginnt jetzt eine wichtige Etappe, wenn sie die Ferkel vom Kraftfutter auf das von ihnen bereitete umstellen müssen. ![]() Bemerkungen zur Frage, warum so viele Frauen allein stehend und arm sind Die meisten der besuchten Frauen habe ich gefragt, warum sie allein (und somit fast zwangsläufig in Armut) leben müssen. Ich wollte wissen, was die Ursache für die relativ hohe Zahl von allein stehenden Frauen ist. Die Antworten waren vielfältig:
Ich bin mit vielen moralischen und ethischen Fragen konfrontiert worden, die man nicht mit europäischen Wertmaßstäben messen kann. Ein Beispiel ist eine Frau aus Huong Tho, die, als sie ins Projekt kam, schon fünf Kinder hatte. Sie hat die groß gezogenen Schweine verkauft, das Geld ausgegeben, so dass für den Neukauf der Ferkel nichts mehr übrig war. Damit war es mit der Schweinehaltung zu Ende. Stattdessen hat sie jetzt sechs Kinder und keinen Mann. Warum besorgte sie keine Verhütungsmittel? Ist nicht üblich, bekomme ich zur Antwort. ![]() Einzelbeispiele Mrs. Nguyen Thi Dieu, 53 Jahre alt, wohnhaft in Loc Thuy Ihr Sohn ist bereits 19 Jahre alt und arbeitet nicht im Ort. Sie bekam die offizielle Anerkennung als
Ihre Jugend fiel in die Zeit des Vietnamkrieges. Ihr Dorf in der Provinz Hue gehörte zu Südvietnam. In der Zeit war
Sie hat sich auf den Erhalt der Ferkel gründlich vorbereitet. Im Garten ist Futter angepflanzt. Der neue Stall ist
![]() Nguyen Thi Chat; 71 Jahre alt
![]() Ngyen Thi Cam Huong, 28 Jahre alt, zwei Kinder
![]() Frau Giai, Huong Tho Ein erfreuliches Beispiel für die Langzeitwirkung unseres Projektes ist Frau Giai in der Kommune Huong Tho. Ihr Mann
![]() Frau Nhan, Huong Tho
![]() Frau Hoang Thi Chanh, Huong Ho
Sie erklärte, dass die Nachbarn sie achten würden, weil sie aufopferungsvoll die Mutter pflegt. Zuweilen mache sie einen Schwatz mit ihnen. Aber sie kann ja nicht lange außer Haus bleiben, weil die Mutter ständige Fürsorge braucht. An dieser Stelle wird einem bewusst, wie dringend unsere Hilfe gebraucht wird. Es ist nicht nur das Geld allein. Wir helfen der Frau, die Hoffnungslosigkeit zu überwinden und Mut zu schöpfen. Damit will ich meinen Bericht beschließen und allen Sponsoren herzlich danken. ![]() Kontrolle in Kambodscha Frau Hien besichtigte am 13. Und 14.09.2008 das neue Projekt in Kampong Cham, machte aussagefähige Fotos und brachte
Die Schweineställe haben nur einen Betonboden und sind ansonsten aus Holz. Das Dach ist mit Blättern
Gerd Willkommen Vorsitzender von Courage e.V. ![]() Anhang Artikel in "Vietnam News" DOMESTIC VIOLENCE: BEYOND FAMILY'S DOOR by Mrs. Nguyen Thi An Being beaten and maltreated by husbands accounts for 53% of the reasons of all divorce cases filed by women in Vietnam. Domestic violence is no more a problem of each family but causing pain and discontent in the society. In a 2-day conference held by the German Development Service (DED), Center for Women and Development (CWD-a department of Vietnam Women.s Union), the Swiss Agency for Development and Cooperation (SDC) and Ford Foundation (Hanoi, June 2007), the occurrence of domestic violence in Vietnam was described as popular and alarming. Slapping the wife is not violence! According to Mrs. Nguyen Thi Thanh Hoa – Vice President of Vietnam Women.s Union (VWU), domestic violence is happening in all areas of the country, regardless of wealth or education; the main victims are women and children. "I once asked a man if there was violence in his family. He said "no". Then I asked if he ever slapped his wife. The answer was "sometimes." – she said. Lack of knowledge about domestic violence and gender inequality has caused many difficulties for social workers to approach perpetrators and victims. A study by Mrs. Cao Thi Hong Van – Head of Education and Social Section of VWU showed that slapping, beating, kicking and even hitting the wife with a lash are normally accepted if the wife is to blame, cheeky, involved in adultery or simply doesn.t take good care of her husband and children. Mr. Bui Quoc Quan from Institute for Reproductive and Family Health (RaFH) gave the same judgment after working with 35 perpetrators in Ninh Binh province: "Several even revealed that they sometimes slapped their wife just because she spoke too much." The visible part of an iceberg In fact, physical violence is just the visible part of an iceberg. In Vietnamese society.s common understanding, sexual abuse, insult and adultery are not yet considered as ways of domestic violence. According to Dr. Vu Manh Loi from the Institute of Sociology, an act is seen as domestic violence as long as it causes serious consequences such as death and severe injuries. Besides, if an act of minor violence happens frequently or the victim is not at fault, community also condemns it as domestic violence. Mr Le Anh Tu, a policeman in Long Bien district, said that uncovering a physical violence case is quite easy: "Actually violation of health and body is just a corner of the problem. Realizing signs of mental violence is much more difficult." Why does domestic violence happen? Poverty, low education, failure outside the family, alcohol addiction, and adultery may be reasons to name. But from a social scientists. point of view, these all lead to a deep-rooted reason which is "to value man above women” thinking of most Vietnamese people. Community’s silence to a domestic violence case is an unspoken permission to such an act. The CWD has been building shelters for survivors of domestic violence. Addresses of these shelters, known as "nha lanh nan” or "house to shun danger”, are kept secret to secure victims from being found by perpetrators, said a staff of the Consulting and Development Support Department of the CWD. This Department will first talk to victims and decide if they need a place in any of the shelters within Hanoi. Women and children in Northern provinces who survived domestic violence in emergency cases can seek free accommodation, food and medicine here. Furthermore, the survivors are supported and consulted to work with the local authorities to fulfil administrative and legal procedures if required. At the same time, they can bring their children and have them taken care of in the CWD's kindergarten. Meanwhile, the Women’s Union of Thai Binh province has also created the "address of trust" which is a shelter for local women in case of emergency when there.s nowhere else for them to go. In Ninh Binh province, the Institute for Reproductive and Family Health has set up a club for male perpetrators to talk and exchange experience, thus helping to restrain acts of violence within the family. The non-government organisation CSAGA (Center for Studies and Applied Sciences in Gender, Family, Women and Adolescents) is providing consultancy directly or on phone and building a club for victims to create a friendly atmosphere for them to share and to help each other. Women.s Unions, mediation groups, police offices and other social organizations at grassroots level are also giving a hand to raise people.s awareness about domestic violence and intervene in necessary cases. Though such interventions are needed, they can’t solve the problem because they are still small and scattered. As domestic violence is mostly seen as a women.s problem, fighting against it hardly involves men. It is important that leadership at all levels be convinced about the need to intervene in domestic violence and combine actions of all areas. If not, domestic violence will continue behind each family's closed door. ![]() |