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letzte Aktualisierung 09.04.2008
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Meine Reise vom 30.9. bis 14.10.2007 nach Hue diente der Kontrolle der Ergebnisse und zu Absprachen für weitere Aktivitäten mit der Repräsentantin des Vereins vor Ort, Frau Hien. Die Reise war ein Erfolg. Was ich in der kurzen Zeit sehen konnte, war ringsherum positiv (nicht ganz so Positives später). ![]() Ergebnisse in der Kommune Huong Tho Da wo wir vor zwei Jahren angefangen haben, sind es inzwischen 20 Frauen, die mit „ihren“ Schweinen Geld regelmäßig verdienen. Die beiden erfolgreichsten haben inzwischen die vierte Generation verkauft und rund 600 € Erlös erzielt. Wo ich auch hinkam, traf ich auf aktive Frauen, die es zwingen wollen und mir stolz ihre neuen Errungenschaften wie die gemauerte Wasserzisterne oder den Fernseher zeigten. Das heißt auch, dass die Frauen nun ohne unsere weitere finanzielle Unterstützung auskommen und wir dann den nächsten alleinstehenden Frauen helfen können. Mich freut besonders, dass unser Anspruch „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu geben, in der Praxis bestätigt wird.
Wir hatten in der Mitgliederversammlung beschlossen, dass Frauen, denen Ferkel trotz Fleiß und Anstrengungen gestorben waren, Ersatz gegeben werden kann, wenn Frau Hien und die Beauftragte der Frauenunion das befürworten. So soll Frau Chut noch in diesem Jahr wieder Ferkel erhalten, da sie unverschuldet in eine schwierige Lage geraten ist.
![]() Der Besuch in Quang Thai war in mehrfacher Hinsicht schwierig. Erstens führte die Anfahrt per Moped durch Hochwassergebiete, die der Taifun hinterlassen hatte, und ein Stück war mit dem Boot zu bewältigen, wie auf dem Foto zu sehen ist. Und zweitens war Frau Ha von der Frauenunion beim ersten Besuch nicht anwesend. Sie hatte private Dinge vorangestellt. Entsprechend verärgert waren wir. Ohne ihre Hilfe konnten wir leider die Frauen und die Schüler im Projekt nicht finden, da es weder Straßenschilder noch irgendwelche Karten gibt, an denen man sich hätte orientieren können.
Das bedeutet, dass unsere Patenschaft etwas in der Luft hängt. Frau Hien und Frau Ha von der Frauen Union schlugen vor, alles wie bisher weiterzuführen, da die Mütter wirklich arm sind. Das Geld könnte für Kleidung und zusätzliche Speisen verwendet werden. Es sollte den Pateneltern überlassen bleiben, ob sie dem Vorschlag folgen wollen oder doch lieber eine neue Patenschaft anfangen möchten. Die anderen beiden Patenkinder, Zwillingsschwestern, haben nicht solch gute Zensuren und wurden nicht in das erwähnte Projekt aufgenommen. Sie lernen ordentlich und gaben uns Zeichnungen und Briefe an die Pateneltern in Deutschland mit. ![]() Der Besuch in Huong Ho Ohne auf den Regen des Taifuns Rücksicht nehmen zu können, fuhren wir per Moped am Parfüm-Fluss entlang, an der berühmten Lyn Mu Pagode vorbei auf brüchiger, aber nicht mehr mit Schlamm bedeckter Straße nach Huong Ho.
![]() Weitere Punkte der Reise Es gab sehr viele Diskussionen mit den Vertreterinnen der Frauenunion. Einesteils ging es darum, weitere Möglichkeiten der Hilfe zur Selbsthilfe zu erschließen, d.h. nicht nur die Vergabe von Schweinen. Alle Befragten erklärten eindeutig, dass Schweinezucht der beste Weg sei, den alleinstehenden Frauen in den Dörfern zu helfen. Andererseits versuchte Gerd Willkommen die Frauenunion auf die Probleme hinzuweisen, die Ursachen für die Armut der Alleinstehenden sind. Das gravierendste Problem ist die Tatsache, dass die Väter sich gegenüber ihren Kindern verantwortungslos zeigen und dafür weder moralisch noch vom Staat zur Rechenschaft gezogen werden. Nach einer Virus-Epidemie unter Schweinen in Vietnam ist der Preis für lebende Ferkel stark gestiegen. Wir werden mehr dafür bereitstellen müssen. Auch andere Preise steigen. Beispiel Benzin: 2005 kostete ein Liter 7.000 VND. Heute sind es bereits mehr als 11.500 VND. ![]() Schlussfolgerungen Die Projektidee, Frauen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, ist in der Praxis erfolgreich realisierbar. Die vorhandenen Ergebnisse sprechen für sich. Generell bleibt es in der Zukunft bei der bewährten Form der Unterstützung mit dem Kauf von Ferkeln. Die intensive Suche nach Möglichkeiten, die Hilfe auf andere Gebiete auszuweiten, blieb ohne Ergebnis. Nur für einzelne Frauen bieten sich Lösungen an, wie Näherin, Produktion von Räucherstäbchen oder Ähnliches. Das werden Ausnahmen bleiben. Wesentliche Unterstützung haben wir von der Verantwortlichen der Frauenunion in der Kommune Huong Tho erhalten, die sich uneigennützig engagiert. In Zukunft wollen wir deshalb in der Gemeinde Huong Tho und der benachbarten Gemeinde Huong Ho, beide am Parfüm-Fluss gelegen, weiterhin tätig sein. In der Gemeinde Quang Thai haben wir nicht so gute Erfahrungen machen können. Deshalb werden wir unsere Hilfe dort nicht ausweiten. Um die Frauen in der Ferkelaufzucht zu qualifizieren und damit die Erfolgsaussichten zu verbessern, wird die Ausbildung kontinuierlich fortgesetzt. In diesem Monat findet ein Erfahrungsaustausch aller am Projekt beteiligten Frauen in der Kommune Huong Tho statt. Die ausgewählten und überprüften Frauen in der Gemeinde Huong Ho werden noch in die-sem Jahr ausgebildet. Danach bauen sie die Ställe und erhalten nach Abnahme ca. vier Wochen später ihre drei Ferkel. Ich bin für jeden Kommentar, kritischen oder zustimmenden Hinweis dankbar. Gerd Willkommen Vorsitzender von Courage e.V. ![]() |