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letzte Aktualisierung 10.01.2008
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Vom 24. Februar bis 15. März 2007 wurde vom Autor eine Kontrollreise nach Vietnam in die Provinz Hue unternommen. Die Repräsentantin von Courage e.V. in Hue, Frau Ton Nu Thi Hien, nahm an allen Kontrollen, Besuchen und Veranstaltung mit vietnamesischen Partnern teil. Sie dolmetschte die gesamte Zeit. Der Auftrag der Reise bestand darin:
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Resultate der Frauenprojekte in Huong Tho und Quang Thai Die Ergebnisse sind insgesamt positiv. Courage startete in der Gemeinde Huong Tho. In der ersten Frauengruppe wurde bereits das von Courage eingesetzte Kapital (u.a. für Ausbildung, den Bau der Ställe, den Kauf und Transport der Ferkel) durch den Verkauf der groß gezogenen Tiere erwirtschaftet. Von nun an trägt sich das Projekt de facto selbst. Die Ergebnisse im Einzelnen: Im April 2006 wurden den ersten acht Frauen je drei Ferkel übergeben. Davon starben drei in den ersten Wochen (12,5%). Die anderen wurden groß gezogen und verkauft. Vom Erlös wurden wieder neue Ferkel gekauft. Bis Mitte Februar 2007 wurden so insgesamt 39 Schweine verkauft. Das entspricht einer Summe ca. 1.800 Euro! Gegenwärtig stehen bei sechs Frauen wieder 12 Läufer in den Ställen. Zwei Frauen haben aufgegeben. Die anderen wollen unbedingt weiter machen.
![]() Der dritten und größten Gruppe wurde Ende Dezember an einem kalten, stürmischen Regentag von der Zuchtanlage die Ferkel übergeben. Trotz vorheriger Impfung und der Beigabe von Kraftfutter starben 17,5% der Ferkel. Für die betroffenen Frauen ist das ein herber Verlust, den sie selber nicht ausgleichen können. Da hierbei die Schuld nicht die Frauen trifft und wenn wirklich alle Ferkel gestorben sind, ist zu überlegen, ob diesen Frauen der Verlust ersetzt werden sollte. Allerdings erst nach nochmaliger Prüfung durch Frau Ton Nu Thi Hien.
Hauptproblem für viele ist die Futterbeschaffung und Aufbereitung. So entschieden sich 95 % der Frauen, beim zweiten oder dritten Mal nur zwei Ferkel zu kaufen. Das ist für sie machbar und bringt dennoch Profit.
![]() Kontrolle der Patenschaft für vier Schüler in Huong Tho und einer Schülerin in der Huong Thuy Kommune
![]() Recherche im Zusammenhang mit der Projekterweiterung Vorgesehen ist, mit Fördergeldern das Projekt zu erweitern und einen Fond zu eröffnen, aus dem dann Kredite für erfolgversprechende Geschäftsideen ausgereicht werden können. Die Rückzahlung erfolgt in den Fond ohne Zinsen. Wir möchten zumindest eine teilweise Rückzahlung erreichen, da damit das Verantwortungsgefühl gestärkt werden kann. Zu diesem Thema habe ich einige Experten anderen NGO befragt.
![]() Meeting mit dem Leiter der Abt. Internationale Beziehungen der Provinzregierung Thua Thien Hue
Am Ende wurde ein Entwurf für eine Projekterweiterung an Herrn Nguyen übergeben. Courage wurde ein Empfehlungsschreiben übergeben, das zur Vorlage bei deutschen Behörden verwenden werden kann. ![]() Vorstellung bei der deutschen Botschaft in Hanoi Auf Bitten von Courage empfing der zuständige Botschaftssekretär, Herr Berns, den Autor zu einem Gespräch, bei dem die Arbeit von Courage in Vietnam vorgestellt werden konnte. Seinerseits gab Herr Berns Hinweise auf andere deutsche Organisationen, die in Vietnam tätig sind und deren Erfahrungen man auch seitens Courage nutzen könnte. Es wurde vereinbart, daß der Botschaft Berichte über die Arbeitsergebnisse in Hue zur Verfügung gestellt werden. Weitere Verpflichtungen gehen von diesem Gespräch nicht aus. ![]() Übergabe des Spielzeuges an den Kindergarten in der Siedlung Phuoc Lam, Gemeinde Quang Phuoc
Das vom Ehepaar Franke mit einem Kraftakt gesammelte Spielzeug wurde an die Kindergärtnerin übergeben. Inzwischen ist der Kindergarten viel besser als beim letzten Besuch ausgestattet, so daß unsere Spende nicht mehr notwendig gewesen wäre, aber natürlich gern entgegen genommen wurde. ![]() Eröffnung eines Bankkontos für Courage in Hue Für den Nachweis der Finanztransaktionen nach Vietnam erweist sich die Eröffnung eines Kontos für erforderlich. Allerdings bedarf es mehrerer notariell beglaubigter Dokumente, u.a. der Arbeitserlaubnis von Courage in Vietnam, die nur in Hanoi erhältlich ist, um ein Konto auf den Namen des Vereins zu eröffnen. Als
![]() Die Repräsentantin von Courage in Hue Unser Projekt steht und fällt mit dem Einsatz der vor Ort arbeitenden Vertreterin, Frau Ton Nu Thi Hien. Sie garantiert, daß unsere Spendengelder dorthin gelangen, wohin wir das wünschen; nämlich zu den bedürftigen allein stehenden Frauen. Sie hat eine vorzügliche Arbeit geleistet. Letztlich muss sie vor Ort alle unsere Vorstellungen in die Praxis umsetzen. Meine ehemalige Dolmetscherin erhält für die gleiche Arbeit von der niederländischen Organisation SNV 650 USD pro Monat; andere NGO bezahlen zwischen 350 und 500 USD. Das monatliche Salär für Frau Hien beträgt gegenwärtig 20 Euro. Da sie davon nicht leben kann, aber andererseits auch keiner geregelten Arbeit nachgehen kann, werden ihr vom Ehepaar Willkommen monatlich 80 Euro aus privater Tasche übergeben. Als sie im Januar und Februar 2007 durchgängig in Danang arbeitete, kam die Arbeit für Courage zum Erliegen. Es wird deshalb vorgeschlagen, hierzu eine andere Lösung zu beschließen. ![]() Anmerkung zur Situation der Frauen Viele der allein stehenden Frauen sind mit ihren Kindern in Armut geraten, wenn ihre Ehemänner sie im wahren Sinne des Wortes sitzengelassen haben. Einige Gemeinden siedeln diese Haushalte dann am Rande der Dörfer an. Alimentenzahlung ist nicht üblich und auch schwierig realisierbar. Es ist die seltene Ausnahme, dass sich eine der Frauen an ein Gericht um Unterstützung wendet. Nur die Frauenunion kümmert sich um diese armen, allein stehenden Frauen und organisiert Hilfe. Auch Courage hat sich um die Zusammenarbeit mit der Frauenunion bemüht. Die meisten Männer haben sich in die großen Städte des Südens abgesetzt, wo sie kaum auffindbar sind. Da die meisten nur Gelegenheitsarbeiten ausführen, beziehen sie offiziell kein Gehalt und können somit auch nicht zur Alimentenzahlung verpflichtet werden. Dass sich Väter ihrer Verpflichtung für ihre Kinder durch Untertauchen entziehen ist auch in Deutschland bekannt. Allerdings ist der Maßstab überhaupt nicht vergleichbar. Zwei Erlebnisse sollen exemplarisch angeführt werden: Der Gouverneur der Provinz Quang Tri, Herr Ky, erklärte dem Autor 1998 zwar augenzwinkernd aber dennoch in einem offiziellen Meeting, dass in Vietnam deshalb nicht so viele Frauen in führenden Position seien, weil diese mit jeder Geburt etwas von ihrem Verstand verlieren. In der Gemeinde Quang Thai, wo wir 19 Frauen Hilfe gewährt haben, erklärte der Stellvertretende Gemeindevorsitzende im Rahmen eines offiziellen Besuches im März 2007 die hohe Zahl der alleinstehenden Frauen, gleichfalls schmunzelnd, damit, dass sie wahrscheinlich eine hohe Rate hässlicher Frauen hätten. Solange solche Dinge in der Öffentlichkeit unwidersprochen möglich sind, solange wird sich die Situation der allein stehenden Frauen nicht wesentlich verbessern. ![]() Was ist zu tun? Der Kauf von Ferkeln für Frauen auf dem Lande ist in Huong Tho und der Nachbarkommune Huong Ho in der bisherigen Form fortzuführen. Andere Geschäftsideen können unterstützt werden, wenn sie ausreichend geprüft sind und die Summe im gleichen finanziellen Rahmen liegt. Es sollte gleichzeitig eine neues Projekt aufgelegt werden. das die Bildung eines Fonds beinhaltet, aus dem Kredite ausgereicht und in den die Rückzahlungen erfolgen. Hierfür sind staatliche Fördergelder oder die von Stiftungen einzuholen. Es ist baldigst eine Mitgliederversammlung einzuberufen. Gerd Willkommen Vorsitzender von Courage e.V. ![]()
Anmerkungen
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